Wühlmäuse und Gleisunterbau

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Wilhelm
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Wühlmäuse und Gleisunterbau

Beitrag von Wilhelm » 07.09.2008 13:25

Nachdem ich dieses Jahr günstig meterweise Messinggleis erworben habe, ging es in den Garten um einen schönen Rundumkreis mit etwa fünfzig Metern Länge zu bauen.

Es wird ca. eine halbe Spatenlänge ausgehoben und dann Schotter aufgefüllt - darauf kamen Rasenfix-Mähsteine, die dann ausgerichtet werden. Schotter wird natürlich verdichtet.

Dummerweise haben sich inzwischen Wühlmäuse angesiedelt. Die Kameraden gehen nicht irgendwo in die Wiese, wo sehr viel Platz ist, sondern unterwühlen schnurstracks dem Gleisstrang entlang. Inzwischen ist an einer Stelle der Unterbau eingebrochen.

Die Strecke habe ich seitdem mit Dachpappe weiter gebaut, dh. der Schotter wird nicht mehr einfach so lose ins Erdreich eingeführt, sondern vorher wird Dachpappe eingelegt. Damit der Schotter nicht zum Schwimmbecken wird, wurde die Dachpappe mit Löchern versehen. Inzwischen wird der Schotter auch von mir spatentief aufgefüllt.

Hat vielleicht noch jemand eine andere Idee, wie man den Gleisunterbau gegen die Kollegen Wühlmäuse absichern kann?

Kaninchendraht wird wiederholt angegeben. Doch der zersetzt sich im Lauf der Zeit, wenn er im Boden ist und als wirklichen Schutz gegen Wühlmäuse - da habe ich bei Kaninchendraht meine Zweifel.

Die schadhaften Stellen müssen wieder neu angelegt werden. Vorher müssen jedoch die Kleintiere aus ihrem derzeitigen Domizil ausziehen. (am besten in die ewigen Jagdgründe Manitous)

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 07.09.2008 22:21

Hallo Wilhelm,

ich habe eigentlich keine Ahnung, wie man Wühlmäuse abhält, aber bei mir funktionierte
die Arbeit mit Dachpappe auch nicht. Die Himbeeren freut es enorm, durch Dachpappe durchzuwachsen.

Beste Erfahrungen habe ich mit Filtervlies gemacht, das im Baugewerbe zur Trennung zwischen
Erde und Baumaterial genommen wird. Das ist recht gut wasserdurchlässig, lässt aber keine Erde durch.
Kleine Nager müssten schon hart daran knabbern, um Erfolg zu haben. Ich denke mal,
dass die vorher aufhören würden.

Aber Achtung: Es gibt verschieden starke Vliesstoffe. Ich nehme das Material 225g/m2.
Das Teichvlies, das oft angeboten wird, ist für solche Arbeiten nicht geeignet.
Beste Grüße

Ralf

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Ralf
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Beitrag von Ralf » 07.09.2008 22:52

Hallo Wilhelm,

hier am linken Rand sieht man das Vlies. Es ist recht fest.
Bild
Beste Grüße

Ralf

Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 08.09.2008 00:42

Servus Ralf,

vielen Dank für Deine Antwort. An Vlies hattte ich auch schon gedacht. Das Vlies, das Du verwendest scheint recht dick zu sein.

Mit der Dachpappe und Himbeeren ist eine interessante Erfahrung. Ich habe eine wilde Brombeerenpopulation in meinem Garten. Folglich werde ich mich demnächst wieder in einem Baumarkt einfinden und nochmals die Vliessorten unter die Lupe nehmen.

Mit der Wühlmausbekämpfung haut es nicht so hin. Die Freunde haben heute schon wieder alle Gänge zu gemacht und latschen einfach nicht in die Fallen. Die Heinis sind jetzt schon acht Wochen hier und meine Bemühungen fruchten nicht so recht.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen eine guten Wochenanfang

Gruß
Wilhelm

Schrauber
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Wühlmaus adé

Beitrag von Schrauber » 10.09.2008 18:15

Hallo Gemeinde :dup3 ,

zum Thema "Wühlmaus kann ich gerne "sachkundige" Auskunft geben. Doch erst mal etwas Vorgeschichte... :look:
Es war einmal.... oder früher war alles besser, na ja, also "früher" hatte ich genauso unter gelegentlichen Wühlmausatacken zu leiden, im Garten wie auch auf der Gartenbahn. Da dies nur sporatisch stattfand konnte ich mit dem handelsüblichen Giften auch immer ganz gute Erfolge erzielen. Bis zum nächsten Angriff halt...

Scheint wohl immer so eine Art "Wohnungsübernahme" nach dem Ableben des "Vormieters" statt zu finden. Na egal... jedenfalls haben meine guten Nachbarn ihr Problem gleich ganz anders gelöst. Irgendwann fragte mich meine Frau mal, was denn das immer für ein periodisch wiederkehrendes Geräusch ("Piepsen"?) sei. Da ich bis dahin noch gar nichts wargenommen hatte, tappte ich im Dunkeln... :sik Kurz darauf fragte unser Nachbar, ob uns das Störgerät sehr stören würde, es sei wohl hauptsächlich gegen die Wühlmäuse gedacht und nicht gegen Nachbarn... :ch013
Ich sah mir seinen "UFO-Teller" mal über den Zaun an und fand es Anfangs ziemlich lustig. Später dann eigentlich nicht mehr so sehr, denn nachdem der zweite Nachbar rüstungstechnisch ("piepswütig" :ch032 ) nachgezogen hatte, und zwar mit gleich zwei!! Geräten, fanden sich alle Wühlmäuse zum Asylantentreffen in unserem Garten ein. Ich war kurz vor dem Kollaps, hatte dann aber wütenderweise :shit keine andere Wahl, als ebenfalls den "UFO-Teller-Pieps-Wühlmausschreck" (solargespeist!!) aufzustellen.(Kostenpunkt Baumarkt: ca. 20,-€)

Seit dem ist Ruhe im Karton. Na ja, also nicht wirklich, denn das Gepiepse nervt schon ganz leicht. Aber man gewöhnt sich daran, und es gibt den unschlagbaren Nebeneffekt: Keine, aber auch wirklich keine einzige Wühlmaus mehr in unserem gesamten Garten! Und ihren Kumpel, den Maulwurf haben sie auch gleich mitgenommen. :ch024 :sehrgut


PS:Ich habe letztlich vom nächsten Nachbarn in unserer Strasse gehört :secr: , das seine beiden neu gepflanzten Apfel- und Kirschbäume leider wegen Wurzelschwund eingegangen sind. Und von seinem Sellerie blieb nur das Kraut zum Hasen füttern... :ch116 Er will es aber erst mal mit Hasendraht unterirdisch versuchen. Gräbt wohl gerne, der Mann... :ch020


Kann den "Vertreiber" nur empfehlen... :ch112
Gruß
Tomas (Schrauber)
Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben!

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Rolf
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Wühlmäuse

Beitrag von Rolf » 14.09.2008 15:19

Hallo Wilhelm,
da kann ich mitfühlen.
Bei uns hatten es die Kameraden auch auf meinen Gleisunterbau abgesehen. Vermutlich weil wir sehr schweren, lehmhaltigen Boden haben und es sich in meinem Gleisunterbau aus feinem Sand einfach besser graben lässt. Ich hatte damals Kontakt zu einem Gärtner, der fragte als erstes nach Obtsbäumen in der Nähe. Denn die lieben Mäuschen ernähren sich von deren Wurzelwerk.
Ich hatte damals über mehrer Wochen jeden Tag deren Tunelwerke geflutet und zugespült, irgendwann hatten sie es dann aufegeben.
Seither hab ich Ruhe im Garten.
Mit Vlies und Kaninchendraht kannst du bestenfalls die Auswirkungen mildern, aber du solltest das Übel an der Wurzel bekämpfen.
Viel Glück.
Gruß
Rolf

Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 14.09.2008 21:50

Servus Schrauber, servus Rolf,

zunächst einmal vielen Dank für Eure Anregungen und Eure Erfahrungen, die hier postet. Die Population scheint sich inzwischen ziemlcih breit gemacht zu haben und inzwischen bin ich im Garten selbst zur Wühlmaus geworden.

Aber der Reihe nach: Ich habe auf meinem Grund ein Gewächshaus, das im Moment mehr oder weniger nur Abstellkammer ist und inzwischen innen von Brombeersträuchern überwuchert ist. Hier haben sich die Kollegen offensichtlich letztes Jahr eingenistet. Inzwischen haben sich die Kollegen dann unter meinem Bahndamm eingemietet. Nachdem dieses Jahr im gesamten Garten über zehn Hügel im Garten aufgetaucht sind - acht davon um die Bahndämme, war klar, dass ich nun richtig etwas dagegen unternehmen muss. Ich bin zwar kein großer Freund davon, aber nachdem die Bejagung mit den klassischen Fallen nichts half und es sich eindeutig um Wühlmäuse und keine Maulwürfe handelt, gibt es die chemische Keule. Der erste Versuch scheint nur einen Teil der Jungs und Mädels der Untergrundorganisation "dunkles Loch" getroffen zu haben, dieses Wochenende wurde aber nochmals nachgelegt.

Ein altes bewährtes Mittel sind die eingegrabenen Flaschen. Das mögen diese Terroristen überhaupt nicht. Von eingegrabenen Flaschen bin ich aber wiederum kein Freund, denn wenn jemand im Garten darüber stolpert, der kann sich unheimliche Schnittverletzungen holen.

Schraubers Idee habe ich vorher verworfen. Aber warum, weiß ich selber nicht! Wahrscheinlich spukte in den hintersten Winkeln meines Hirnkastens noch rum: Akkustikgeräte helfen nichts. Das ist aber bei Mardern der Fall, da helfen die Dinger wirklich nichts. Bei Wühlmäusen habe ich damit selber noch keine Erfahrung gemacht. Also, werde ich die 20-Euro-Dinger gleich einmal ausprobieren - und Nachbarn ausßenrum habe ich mehr als genug.

Ich halte Euch hier einmal auf dem Laufenden, was die Untergrundorganisation "dunkles Loch" angeht.

In diesem Sinne wünsche ich allen Gartenbahnverrückten und die es werden wollen weiterhin viel Spaß bei Ihrem Hobby.

Für weitere Anregungen bin ich dankbar.

Wilhelm

Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 11.10.2008 20:18

Nun wollte ich heute die Wühlmauslöcher zu machen, da sich offensichtlich Erfolg in der Bekämpfung eingestellt hat. Doch zu früh gefreut, lieber Wilhelm. Von den ca. 15 Löchern sind drei wieder ganz toll aufgewühlt. Also war heute wieder Wühlmausbekämpfungstag. Die Löcher teilweise den Gängen entlang aufgegraben und dementsprechend behandelt. Der Bahndamm muss dann die nächsten Wochenenden - bevor es friert - nochmals repariert werden. Gartenbahnmäßig geht es bei mir leider nicht voran. Aber es gibt ja noch ein nächstes Jahr.

Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 04.01.2009 10:43

Bisher war meine Pirsch weniger erfolgreich. Eine zweite Kolonie hat sich etwas weiter eingenistet. Hoffe, dass der Winter etwas härter wird und die Kollegen sich dadurch dezimieren. Im Frühjahr geht dann die aktive Bejagung wieder los.

Andere verschiedene Nagetiere machen sich aufgrund der Kälte bemerkbar. Feldmäuse versuchen in die Garage zu kommen - einigen gelang das auch. Feldmäuse hat man aber im geschlossenen Raum schnell gefangen.

Bei meiner letzten Bekämpfungsaktion gegen die Wühlmäuse im November hatte ich ein schönes Erlebnis. Beim Graben stieß ich auf eine alte Münze - ein Fünf-Pfennig-Stück von 1876 - Deutsches Reich. Die muss wohl irgenwann ein Bauer oder ein Knecht vor hundert Jahren oder länger verloren haben. Der Sammlerwert geht gegen Null, was meine Recherchen ergeben haben. Aber irgendwie ist das schon ein schönes Gefühl, wenn man da eine so alte Münze entdeckt. Das hat meinen Gram gegen die Untergrundkämpfer irgendwie gedämpft.

Robert
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Beitrag von Robert » 04.02.2009 09:23

Hallo Willhelm, ich habe für einen Freund der die gleichen Probleme wie du hattest, aus Italien die Bekämpfungsmittel mit gebracht. Die sind nicht so harmlos wie die deutsche Keule. (Da gibt es ja auch noch Tri zu kaufen).

Kurze Rede langer Sinn, nachdem er 3 Stück in verschiedenen Gängen gezündet hat, sah er als erstes wie die unterirdischen Gänge so verlaufen, an allen nicht zu glaubenden Stellen dampfte es plötzlich aus dem Erdreich und seit August sind keine neuen Erdgrabungen mehr fest zustellen. Falls ich dir da mal ein Päckchen mitbringen soll, ich bin Ende Februar wieder in Italien.
Servus Robert

Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 04.02.2009 21:48

Servus Robert,

das wäre ein Klasse-Zug von Dir! Ich nehme mit Dir über PIN Kontakt auf.

Wilhelm
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Die Lösung war doch so nah und ich kam nicht drauf!

Beitrag von Wilhelm » 22.08.2009 00:07

In einem Teil meines Gartens habe ich die Nager verscheucht! Der Rest folgt noch. Die Lösung war recht nah: Unser Hund!

Der Wauwau kümmert sich zwar nicht um die Wühlmäuse, der Wauwau verliert aber enorm viele Haare. Nachdem ich mit einem Stab einen Teil des Gartens nach Wühlmausgängen untersucht habe, wurde aufgegraben und eine Portion Hundehaare in die Gänge mit einem Papprohr eingelassen. Seitdem habe ich in diesem Bereich keine Probleme mehr mit Wühlmäusen. Beim Umstechen in meinem Gewächshaus bin ich prompt auf ein Wühlmausnest gestoßen. Auch dort wurden Hundehaare eingelassen. Mal sehen, ob es tatsächlich wirkt oder ob es nur reiner Aberglaube ist.

Wilhelm
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Beitrag von Wilhelm » 19.06.2010 02:59

Am vergangenen Samstag habe ich beim Rasenmähen wieder einen Auswurfhaufen entdeckt. Die Sportfreunde des fröhlichen Grabens sind aber gut zehn Meter von der Bahn weg. In den anderen Bereichen konnte ich keine neuen Auswürfe feststellen.

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